Frankreich droht mit Veto

Brexit: May bittet um dreimonatigen Aufschub - EU skeptisch

Nach Wunsch von Theresa May soll ihr Land die EU erst Ende Juni verlassen, an der EU-Wahl im Mai aber trotzdem nicht teilnehmen. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire FOTO: Stefan Rousseau

London/Brüssel. Die britische Premierministerin Theresa May hat die Europäische Union um einen Aufschub des Brexits bis Ende Juni gebeten. EU-Ratschef Donald Tusk signalisierte daraufhin am Mittwoch Bereitschaft für eine „kurze Verschiebung“.

Voraussetzung sei aber, dass das britische Parlament den Austrittsvertrag doch noch annehme. Die Verschiebung muss einstimmig von den übrigen 27 EU-Ländern gebilligt werden. Sie beraten am Donnerstag beim Gipfel in Brüssel. Frankreich droht mit einem Veto, falls in den nächsten Tagen keine Klarheit herrschen sollte.

Ursprünglich wollte sich Großbritannien am 29. März von der Staatengemeinschaft trennen. Doch der Termin ist nicht mehr zu halten - es sei denn, das Land scheidet ohne Abkommen aus der EU aus. Genau 1000 Tage war es am Mittwoch her, dass die Briten in einem Referendum für den EU-Austritt gestimmt hatten.

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian forderte von May „ausreichende Garantien“ für die Glaubwürdigkeit ihrer Strategie. Andernfalls werde sein Land einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vorziehen, drohte Le Drian in Paris. Bei einem solchen No-Deal-Brexit wird mit erheblichen Schäden für die Wirtschaft und andere Lebensbereiche gerechnet.

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