Plädoyer der Verteidigung

Weinstein-Anwältin mit Appell an Jury: „Er ist unschuldig“

Harvey Weinstein (Mitte l) in Begleitung seiner Anwältin Donna Rotunno. Foto: Richard Drew/AP/dpa FOTO: Richard Drew

New York. Harvey Weinstein scheint aufgeregter als sonst. „Sein Leben liegt in ihren Händen“, sagt seine Chefanwältin zu den Geschworenen. In ihrem Plädoyer spricht sich nicht von Vergewaltigungsopfern - sondern von Frauen, die vom Filmmogul profitierten.

Im Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein hat die Chefanwältin des ehemaligen Hollywood-Moguls die Vorwürfe gegen ihren Mandanten scharf zurückgewiesen.

„Er war unschuldig, als er hier in das Verfahren kam, er war unschuldig, als jeder Zeuge ausgesagt hat, und er ist jetzt gerade unschuldig“, sagte Anwältin Donna Rotunno am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Obersten Gericht in New York. Die Staatsanwaltschaft habe den Fall nicht zweifelsfrei bewiesen. „Und im Namen Herrn Weinsteins bitten wir Sie, den Mut zu haben, das damit zum Ausdruck zu bringen, dass sie für „nicht schuldig“ stimmen“.

Gleichzeitig versuchte Rotunno, einer möglichen Vorverurteilung ihres Mandanten entgegenzuwirken und machte Druck auf die Geschworenen. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass Weinstein mit den gleichen Maßstäben wie alle anderen Angeklagten behandelt werde: „Sein Leben liegt in ihren Händen“, sagte die Anwältin. Der Prozess sei dabei kein „Beliebtheits-Wettbewerb“: „In diesem Land sind es unbeliebte Personen, die Jurys am meisten brauchen.“

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