„Zeit der Abrechnung“

Melinda Gates schaltet sich in #MeToo ein

Angesichts der #MeToo-Debatte hat jetzt auch Melinda Gates über eigene Erfahrungen mit Diskriminierung und Belästigung gesprochen. Foto: Carolyn Kaster/APFOTO: Carolyn Kaster

New York. Melinda Gates ist eine Ausnahme, das sagt sie selbst. „Es dauerte eine Weile, bis ich erkannte, dass ich diese Position habe.“

Als Ehefrau von Bill Gates, der in den 70er Jahren das Computerunternehmen Microsoft gründete, das ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt machte. Als Mutter von drei Kindern. Und, gemeinsam mit Bill, als Co-Vorsitzende der größten Privatstiftung der Welt, der Bill&Melinda Gates Foundation.

In der #MeToo-Debatte über die sexuelle Belästigung von Frauen aber ist Melinda Gates keine Ausnahme. „Mir widerfuhr Diskriminierung und Voreingenommenheit, weil ich eine Frau war. Und es gab auch ein paar Fälle von sexueller Belästigung“, sagt Gates der Deutschen Presse-Agentur im Interview. Über Details will sie nicht sprechen, ihre Erfahrungen seien nicht „besonders entsetzlich“ gewesen. Aber: „Ehrlich gesagt gibt es keine Frau aus meinem Bekanntenkreis, der es noch nicht passiert ist. Es ist allgegenwärtig.“

Deswegen stellt sich Gates, die sich seit Jahren für die Rechte von Frauen rund um den Globus einsetzt, nun auch voll hinter die #MeToo-Bewegung. „Es macht mich sehr traurig, an all die Frauen zu denken, die seit vielen, vielen Jahren von sexueller Belästigung betroffen sind“, sagt die 53-Jährige. „Wir durchleben momentan eine schwere Zeit. Es ist die Zeit der Abrechnung, wo alles endlich herauskommt.“

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