Begrüßung mit Lächeln

Kommt der Handschlag aus der Mode?

Händeschütteln zur Begrüßung ist nach wie vor der Standard in Deutschland. Vor allem junge Leute begrüßen sich heute lieber mit Faust gegen Faust. Foto: David Davies/PA FOTO: David Davies

München. Bussi links, Bussi rechts: Passend zum Schauplatz des G7-Gipfels im französischen Seebad Biarritz gingen kürzlich Fotos um die Welt, auf denen US-Präsident Donald Trump Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Wangenküsschen begrüßt.

Nicht im Fokus stand der Handschlag, der bei Trump ja bekanntlich schon mal unangenehm lange und kräftig ausfallen kann. War das schon wegweisend?

Mit dem Herbst kommt nun wieder die Erkältungssaison. Menschen scheuen sich, einander die Hand zu geben. In Krankenhäusern gilt seit langem ein Desinfektions- und Abstandsgebot. Die Aktion Saubere Hände wirbt für bessere Hände-Desinfektion in Gesundheitseinrichtungen. Und in manchen Kindergärten hängen Parolen wie „Wir begrüßen uns mit einem Lächeln“ an der Wand. Kommt das Händeschütteln aus der Mode?

„Der Status quo ist: In Deutschland ist der Handschlag Standard“, sagt Agnes Anna Jarosch, Vorsitzende des Deutschen Knigge-Rats der Deutschen Presse-Agentur. Aber: „Die Varianz wird größer, Regeln sind nicht mehr so starr wie früher.“ Wangenküsse seien beispielsweise im Kommen. Jugendlichen sei der Handschlag eh zu uncool, sie begrüßten sich Faust gegen Faust. „Das ist ein genereller Trend“, so Jarosch.

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