Gefühlte Protzerei

Gold-Steak etc. - dafür bekamen Promis Ärger

Alfons Schuhbeck nimmt Franck Ribéry ein wenig vor der öffentlichen Kritik in Schutz. Foto: Axel Heimken FOTO: Axel Heimken

Berlin. Das vergoldete Steak des Star-Fußballers Franck Ribéry ist seit Tagen für viele ein Aufreger. Dabei hat das Überziehen von Lebensmitteln mit Gold Tradition in Europa.

„Blattgold gab es schon immer in der kulinarischen Geschichte“, sagt Fernsehkoch Sebastian Lege („Gekauft, gekocht, gewonnen“) der Deutschen Presse-Agentur.

„Gerade die Königshäuser haben sich damit ihr Essen visuell aufwerten lassen, um bei ihrem Gefolge oder Grafen oder Königskollegen Eindruck zu schinden. Um zu sagen: „Schaut doch mal her - ich trage nicht nur Gold am Körper, sondern ich esse es auch““, sagt Lege. Das Problem ist also offensichtlich weniger die vermeintliche Delikatesse - eher die Haltung dahinter. Wer so etwas im 21. Jahrhundert ordert, will sich von der Masse abheben, wie Küchenchef Lege erläutert. Nach dem Motto: „Schaut doch mal her, was kann ich mir denn Tolles leisten!“

Es ist die gefühlte Protzerei, die Ferne zum Normalbürger, die die Öffentlichkeit ihrer politischen und sportlichen Elite besonders übel nimmt. Dabei kann auch schon viel günstigere Feinkost zu Debatten führen. Man denke etwa an die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

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