Ein haariges Problem

Die Coron-Haar-Krise: Lässt Deutschland wachsen?

Ein Föhn in einem geschlossenen Friseursalon im Frankfurter Nordend. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa FOTO: Frank Rumpenhorst

Köln. Kein Theater, kein Fußball, keine Konzerte - und jetzt auch noch schlecht frisiert. Das Coronavirus hat Deutschland voll im Griff, auch die Friseure müssen schließen. Damit steht man zu Hause vor einer Entscheidung: Langhaarfrisur oder Langhaarschneider.

Frisuren sind auch immer ein Spiegel ihrer Zeit. Gilt seit Jahrzehnten ein Kurzhaardiktat, wirkt eine lange Mähne besonders rebellisch - so war es zum Beispiel in den 60ern. Auch jetzt erlebt Deutschland historische Monate: Das Coronavirus hat das Land in einen beispiellosen Krisenmodus versetzt.

Und auch diesmal geht es - nach vielen anderen, viel wichtigeren Gesundheitsfragen - irgendwie um die Haare. Der Grund: Die Friseure sind dicht. Bund und Länder haben das am Wochenende beschlossen.

Man mag einwenden, dass Stilfragen in Zeiten, in denen es um Leben und Tod geht, wirklich nachrangig sind. Zumal in einer Phase, in der viele Menschen noch nicht mal mehr für die Arbeit aus der Jogginghose müssen, weil sie im Homeoffice arbeiten. Zugleich verändert es den Alltag Millionen Deutscher, wenn sie ihr Haupthaar nicht mehr in professionellen Händen wissen. Krise ist schon schlimm. Krise und schlecht frisiert kann noch schlimmer sein.

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