Analyse: Flugreisen sind zu billig

Das richtige Preisschild fürs Fliegen

Auf viele in Frankreich startende Flüge wird ab dem kommenden Jahr eine Ökosteuer erhoben. FOTO: dpa / Christophe Ena

Brüssel. Wenn das Taxi zum Flughafen teurer ist als der Flieger nach Lissabon, stimmt etwas nicht. Es passt auch nicht, wenn die meisten Menschen inzwischen auf den mittleren Distanzen – also Brüssel-Berlin, Hamburg-Wien, Berlin-München, Stuttgart-Berlin – eher in die Maschine steigen als in den Zug.

Meist aus Kostengründen, weil das Fliegen ein paar Euro billiger ist. Vielfach aber auch, weil Fliegen immer noch trendiger ist.

Die Fliegerei, die klimaschädlichste Form des Reisens, ist spottbillig. Viel zu billig, wenn man die hohen Kosten in Rechnung stellen würde, die durch Ressourcenverbrauch und die hohe Umweltbelastung anfallen. Bislang werden diese Kosten nicht eingepreist. Und es gibt gute Gründe, dies zu ändern und das Fliegen teurer zu machen.

Tatsache ist, dass der Luftverkehr steuerliche Privilegien genießt. So ist er wohl die einzige Transport-Branche, die keine Verbrauchssteuern auf Treibstoff zahlen muss. Weltweit wird Kerosin im internationalen Verkehr fast nirgendwo besteuert. Und es ist ein Irrtum, den die Branche gern verbreitet, dass man dies nicht ändern könnte: Die Chicago-Konvention von 1944 sieht nur vor, dass der Sprit, den ein Flieger in seinen Tanks ins Land bringt, nicht besteuert wird. Jedes Land ist frei, beim Auftanken der Maschine Kerosinsteuer zu verlangen. Auch das macht das Fliegen billig: Bei internationalen Flügen wird auf Tickets keine Mehrwertsteuer erhoben. Dafür- und auch das gehört zur Wahrheit dazu – wird in Deutschland eine Luftverkehrsabgabe erhoben, die jedes Ticket, je nach Entfernung um sieben bis 44 Euro teurer macht, und jedes Jahr für den Fiskus einen Milliardenbetrag einspielt. Es stimmt auch, dass die Fliegerei der einzige Verkehrssektor ist, der in den Emissionshandel einbezogen ist.

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