Masern und Co.

Warum Deutschland eine Impfpflicht braucht

Düsseldorf.

Heute sprechen wir über das Impfen, doch zunächst stellen wir uns einen Krankenwagen vor. In den allermeisten Fällen leistet er Gutes, rettet Leben. Doch selbst der umsichtigste Fahrer kann es nicht verhindern, dass er in Verkehrsunfälle gerät. Krankenwagen machen überdies Lärm, schleudern Abgase in die Luft und kosten viel Geld. Wollen wir deshalb generell auf sie verzichten? Nein.

Impfungen sind wie Krankenwagen. Vielen Menschen ersparen sie großes Leid, oft auch den Tod. Aber es gibt Leute, die gelegentliche Impfunfälle, Nebenwirkungen oder auch das Ausbleiben von Wirkung generalisieren und kategorisch vom Impfen abraten – aus der Vermutung heraus, dass der Körper schon selbst mit den Viren zurechtkomme.

Vor wenigen Tagen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Machtwort gesprochen: Sie hat mangelnde Impfbereitschaft zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt erklärt. Diese drohe die Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten zunichte zu machen. Die Verbesserung der Impfbereitschaft gehört deshalb laut WHO zu den vorrangigen Zielen für die kommenden Jahre. Ob die drakonische Ansprache ein Publikum findet? Impfen ist ein Thema, bei dem die unmittelbare Mitwirkung jedes Einzelnen gefragt ist, sofern keine Impfpflicht besteht.

top