LaPierres Image nach fast drei Jahrzehnten als „Gesicht der NRA“ ist das eines knallharten Anführers, der mit voller Überzeugung gegen jegliche Verschärfung des Waffenrechts kämpft. Mancher in seinem Umfeld zeichnet ein etwas anderes Bild. Intern gilt der 69-Jährige vielmehr als zurückgezogener Mensch, der nicht öfter als nötig zur Abstimmung mit seinen Mitarbeitern in die NRA-Zentrale kommt. Vielen gilt er nicht einmal als echter Waffennarr.

Seit 1991 ist LaPierre Geschäftsführer der NRA. Und mit den Jahren gelang es ihm, ein politisches Klima zu schaffen, in dem sich die Republikaner selbst dann, wenn Kinder bei Amokläufen getötet werden, nicht an Verschärfungen des Waffenrechts herantrauen. Mit Trump hat die US-Waffenlobby auch im Weißen Haus einen Verbündeten. Dessen Wahlkampf wurde von der NRA mit 30 Millionen Dollar (26,8 Millionen Euro) unterstützt. Trotzdem häuften sich zuletzt die Probleme.

Die Behörden in New York überprüfen die Gemeinnützigkeit der Organisation. Intern gibt es Vorwürfe der Vetternwirtschaft. Der bisherige Präsident Oliver North trat im Frühjahr während einer hitzigen Jahresversammlung zurück. Viele Mitglieder stehen aber trotz aller Skandale weiterhin fest hinter ihrem Geschäftsführer. Denn an der eigentlichen Arbeit von LaPierre gibt es aus Sicht der Waffenbefürworter wenig auszusetzen. „Wenn man gewinnt, lassen einem die Leute vieles durchgehen“, sagt der ehemalige NRA-Lobbyist Rick Manning. Und LaPierre „hat gewonnen“.

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