Nach Schießereien

US-Waffenlobby ist trotz Querelen sehr effektiv

NRA-Chef Wayne LaPierre gilt manchem gar nicht als eingefleischter Waffen-Fan. FOTO: AP / Pablo Martinez Monsivais

Boise. Die Schießereien in Texas und Ohio haben in den USA erneut eine Debatte ausgelöst. Doch die National Rifle Association (NRA) braucht offenbar nur kurz im Weißen Haus anzurufen – und schon ist die Debatte beendet.

Der Mann, der wie kein anderer die kompromisslose Haltung der US-Waffenlobby verkörpert, ist Wayne LaPierre. Hinter den Kulissen rumort es inzwischen zwar. Mit einem baldigen Umbruch innerhalb des Verbands rechnen Experten aber trotzdem nicht.

Die Justiz nimmt die Finanzen der NRA unter die Lupe, mehrere hochrangige Funktionäre haben frustriert das Handtuch geworfen, hinzu kommt ein Rechtsstreit mit der langjährigen PR-Firma des Verbands. LaPierre selbst sorgt mit Luxus-Shopping-Touren für Schlagzeilen. Zugleich scheint er sich nicht mit seinem siebenstelligen Gehalt zufrieden geben zu wollen – Berichten zufolge soll er den Verband aufgefordert haben, ihm zusätzlich ein millionenschweres Anwesen zu kaufen.

Angesichts dieser Entwicklungen haben sich etliche Waffenliebhaber in den vergangenen Monaten gegen LaPierre gestellt. Die interne Kritik gilt allerdings nicht seinem harten Kurs. Im Gegenteil: Viele Mitglieder fragen sich, ob der zuletzt vor allem durch Skandale aufgefallene LaPierre auch weiterhin in der Lage sein wird, die Positionen der NRA gegen den öffentlichen Druck zu verteidigen.

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