Berliner Notizen

Von Taxis und Schollen

FOTO: Robby Lorenz / SZ

Dorothee Bär sorgte mit ihren Flugtaxis gleich für Wirbel. Die künftige Staatsministerin für Digitalisierung will eben hoch hinaus. Dabei war Bär auch schon mal in tieferen Gefilden unterwegs. 2002 machte die CSU-Frau ein Praktikum in der Politikredaktion des Berliner Boulevardblattes „B.Z.“. Damals schrieb sie unter anderem über CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber. Folgerichtig titelte das Blatt am Dienstag: „Ex-B.Z.-Praktikantin wird Ministerin“. Ob das eine wirklich mit dem anderen zusammenhängt?

Im Wahlkampf gab es die schöne Satire: „Alle elf Minuten verliebt sich ein Liberaler in sich selbst.“ Darüber ein Foto von FDP-Chef Christian Lindner. Was haben wir gelacht. Die FDP geht nun tatsächlich in Sachen Kennenlernen neue Wege: Sie veranstaltet im Bundestag „Speed-Dating-Termine“. Nicht, um den Liberalen oder die Liberale fürs Leben zu finden, sondern, damit Journalisten die Fraktionssprecher kennenlernen. Frei nach dem Motto: Ich fdpshippe jetzt.

Julia Klöckner steht offenbar auf Fisch. Die künftige Agrarministerin wurde jetzt in einem Interview gefragt: „Was ist Heimat?“ Ihre Antwort: „Heimat ist sozusagen auch ein Stück Scholle.“ Klar, war anders gemeint, aber der Satz kam ziemlich komisch daher. Dann ergänzte Klöckner noch, Heimat sei auch „ein vertrauter Geruch“. Besser nicht, jedenfalls nicht bei Fisch. Bei ihr sei das „der Geruch einer frisch gemähten Wiese und von Heu“. Da kommt ja was auf die Bauern zu.

Christian Schmidt, Klöckners Vorgänger, lieferte sich häufig Scharmützel mit Umweltministerin Barbara Hendricks. Über den Klimaschutz oder über Glyphosat. Der CSU-Mann und die SPD-Frau werden dem neuen Kabinett nicht mehr angehören. Das kommentierte Schmidt jetzt so: „Dann können wir auch wieder zusammen Essen gehen.“ Auf die Frage, wer dann bezahle, reagiert Schmidt mit Schulterzucken. „Das ist eine gute Frage.“ Soweit geht die neue Liebe nach dem Amt dann doch nicht.

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