In eigener Sache

Zustellung von Zeitungen für die Zukunft sichern

Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger FOTO: BDZV/Bernd Brundert

Berlin.

Mehr als 100 000 Zeitungsboten sind nachts in Deutschland unterwegs. Von der Hallig bis zur Alm verteilen sie 2,8 Milliarden gedruckte Exemplare pro Jahr. Die deutschen Zeitungsverlage investieren mittlerweile jährlich mehr als 1,3 Milliarden Euro in dieses riesige Vertriebsnetz. Jetzt sind sie erstmals seit Jahrzehnten an ihre Grenzen gelangt. Die Logistikkosten sind extrem gestiegen, die Abo-Zahlen sinken – auch aufgrund des demografischen Wandels, die Werbeerlöse schrumpfen, neue Zusteller sind schwer zu finden – aber die nächtlichen Wegstrecken, vor allem im ländlichen Raum, bleiben gleich lang und müssen bewältigt werden.

Aus verlagswirtschaftlicher Sicht rechnet sich längst nicht mehr jede Entfernung. Das gilt für Zeitungen wie für Anzeigenblätter. Bei den kostenlosen Wochenblättern sind ganze Titel bereits eingestellt worden. Weitere Schließungen drohen. Auch bei den Zeitungen ist die flächendeckende Zustellung ernsthaft gefährdet.

Laut Pressegesetz erfüllen die Zeitungen als Teil der Presse eine öffentliche Aufgabe insbesondere dadurch, dass sie Nachrichten beschaffen und verbreiten, Stellung nehmen, Kritik üben oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirken. Aber niemand kann Verlage dazu zwingen, auch solche Zustellungen fortzuführen, die sich betriebswirtschaftlich nicht mehr vertretbar abbilden lassen.

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