Kommentar zur Militäroffensive der Türkei

Alle Seiten haben Mitschuld

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Die türkische Intervention in Syrien ist ein Fehler, der neue Konflikte nach sich ziehen wird, der aber vermeidbar gewesen wäre. Alle Beteiligten tragen eine Mitschuld daran.

Ankara hatte in den acht Jahren des Syrien-Krieges genügend Zeit, sich mit den syrischen Kurden zu arrangieren. Jetzt muss die Türkei mit neuen Anschlägen kurdischer Extremisten im eigenen Land rechnen. Zudem dürfte sie es in Syrien auch mit einem Islamischen Staat (IS) zu tun bekommen, der wieder Morgenluft wittert. Die syrische YPG hat sich auf die Unterstützung durch die USA verlassen und nichts unternommen, um der Türkei die Furcht vor einer kurdischen Autonomie zu nehmen. Jetzt dürften die Kurden ihre Selbstverwaltung wieder verlieren. Die USA haben mit der YPG kooperiert, obwohl sie wussten, dass sie damit den Nato-Partner Türkei gegen sich aufbringen würden. Nutznießer des neuen Krieges werden der IS, Russland, der Iran und die syrische Regierung von Assad sein. Dagegen verlieren die USA weiter an Ansehen im ganzen Nahen Osten: Nachdem Donald Trump seine kurdischen Partner kurzerhand im Stich gelassen hat, werden sich andere US-Verbündete in der Region überlegen, ob Russland nicht doch der verlässlichere Partner sein könnte.

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