Ein Glück für Donald Trump

Kein aussichtsreicher Kandidat in Sicht

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Wer die dritte TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten verfolgte, musste zu mindestens drei Schlussfolgerungen kommen. Die erste: Die 180 Minuten dauernde Veranstaltung war ungefähr 160 Minuten zu lang, denn im Wesentlich gab es ein Recyceln bekannter Positionen.

Die zweite: Um Donald Trump 2020 in die Enge zu treiben und argumentativ auszukontern, wird es nicht reichen, ihn – wie es jetzt geschah – als „weißen Rassisten“, „Hetzer“ oder „einen wirklich kleinen Kerl“ zu bezeichnen und sich damit im Prinzip jener Rhetorik zu bedienen, die Amerikas Linke dem Präsidenten vorwirft. Und drittens: Eine begeisternde und das Wahlvolk inspirierende Figur, wie sie Barack Obama 2008 verkörperte, ist bei den Demokraten weit und breit nicht in Sicht. Auch der in den meisten Umfragen knapp führende frühere Vizepräsident Joe Biden fällt nicht in diese Kategorie. Seiner Kampagne kann man das Etikett „Obama 2.0“ umhängen – und was mit Hillary Clinton geschah, die 2016 Ähnliches versuchte, ist bekannt. Weder Biden noch andere Mit-Favoriten für die Nominierung haben sich bisher in dem weiter unübersichtlichen Feld als Nummer eins empfehlen können. Das ist eine gute Nachricht für Trump.

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