Dass Russland aus dem damaligen G8-Format ausgeschlossen wurde, war vielmehr ein politisches Signal – das zu Recht ausgesandt wurde. Die Annexion der Krim – ein bis dahin völlig unumstrittener Bestandteil der Ukraine – war ein derart gravierender Verstoß gegen internationales Recht, dass die Staatengemeinschaft zwingend Konsequenzen ziehen musste. Fünf Jahre später besetzt Russland noch immer die Krim und betrachtet sie als eigenes Territorium. Insofern gibt es überhaupt keinen Anlass, Russland wieder in die G7 aufzunehmen. Zumal Moskau dafür – auch abseits der Krim – keine Gegenleistung bietet. Der Krieg in der Ostukraine geht weiter. Moskau denkt nicht daran, den pro-russischen Separatisten seine Unterstüzung zu entziehen. Weil Russland offensichtlich glaubt, es sei in seinem Interesse, andere Länder zu destabilisieren oder ein Keil zwischen sie zu treiben. Das zeigt auch die laut Sonderermittler Robert Mueller erwiesene Einmischung in den US-Wahlkampf 2016. Dazu kommen die mutmaßlichen Verstrickungen Moskaus in die Brexit-Kampagne und internationale Cyber-Attacken, die Russland angelastet werden.

Erst wenn Moskau sein destruktives Verhalten ändert, sollten Sanktionen ausgesetzt werden. Erst dann kann man auch über eine Wiederaufnahme in die G7 (dann wieder G8) nachdenken.


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