G7-Gipfel

Keine Wiederaufnahme Russlands ohne Gegenleistung

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Wenn sich die Staatenlenker der G7 am Wochenende im französischen Biarritz treffen, wird ein Land erneut fehlen: Russland ist seit der Krim-Annexion von 2014 von den jährlichen Gipfeln ausgeschlossen.

Und das sollte vorerst auch so bleiben. Insofern ist es gut, dass sich nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich auch Kanada in der Frage klar positioniert hat. Eine Wieder-Einladung Moskaus – wie US-Präsident Donald Trump sie vorschlägt – wäre zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Signal. Zudem ein Signal, das man ohne Not aussenden würde.

Die Fähigkeit zu einem Dialog mit Russland hängt nicht an G7 oder G8. Den Nutzen der Gipfel sollte man nicht überbewerten. Die Treffen dieser westlich geprägten Industrienationen sind gute Gelegenheiten für einen multilateralen Austausch – aber eben auch nicht mehr. Die G7 ist nur eine von mehreren supranationalen Plattformen, die den Staats- und Regierungschefs zur Verfügung stehen: Dabei ist vor allem der G20-Gipfel zu nennen, der den tatsächlichen Machtstrukturen auf der Welt viel eher Rechnung trägt als die G7 – weil dabei zum Beispiel auch China, Brasilien, Saudi Arabien und eben Russland mit einbezogen sind.

Dass Präsident Wladimir Putin nicht nach Biarritz eingeladen ist, hat also wenig praktische Auswirkungen. Angela Merkel, Emmanuel Macron oder Donald Trump können auch so jederzeit mit dem Kreml-Chef sprechen. Im Zweifel greifen sie eben zum Telefon. Und das muss auch so sein. Der Kontakt nach Moskau darf auf keinen Fall abreißen. Viel zu wichtig ist Russland bei der Bewältigung globaler Herausforderungen und regionaler Konflikte – vor allem in Syrien und in der Ostukraine.

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