Saudi-Arabien

Jemen-Krieg wird für Riad zu einem Desaster

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Foto: SPA/dpa FOTO: dpa / -

Aden/Riad. Als Mohammed bin Salman und Mohammed bin Said sich in Riad zu Gesprächen über den Jemen zusammensetzten, war danach von einer „fruchtbaren und positiven“ Atmosphäre die Rede. Das war im Dezember 2017. Knapp zwei Jahre später sind die Risse im Verhältnis der beiden Kronprinzen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in dem Bürgerkriegsland so deutlich wie nie.

Das von Riad angeführte Militärbündnis beginnt im Jemen, in seine Einzelteile zu zerfallen. Und für den saudischen Kronprinzen, kurz „MbS“ genannt, entwickelt sich der jahrelange Krieg im Nachbarland zum Desaster.

Viereinhalb Jahre ist der Einstieg Saudi-Arabiens in den Bürgerkrieg im Jemen her, für den Bin Salman, der starke Mann des Königreichs, ein Bündnis mit den VAE und weiteren Ländern schmiedete. Das Ziel: die schiitischen Huthi-Rebellen im Land in die Knie zwingen, den vermeintlichen Einfluss des Erzfeindes Iran zurückdrängen und sich als mächtiger Spieler in der Region unter Beweis stellen. Nach mehr als 90 000 Toten, darunter mehr als 11 500 Zivilisten, ist stattdessen ein Krieg entstanden, der sich nicht mehr gewinnen lässt.

In Aden im Südjemen treten die Risse im Bündnis nun offen zutage. Die Separatisten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), die mit den Saudis eigentlich gegen die Huthis kämpfen, fühlen sich zunehmend von der international anerkannten Regierung des Landes verraten. Die Separatisten werden von den Emiraten unterstützt, die Saudis stützen dagegen die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Rufe der Separatisten, sich erneut abzuspalten – der Nord- und Südjemen hatten sich erst 1990 zu einem Staat zusammengeschlossen – werden lauter.

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