Glosse

Toblerone halal

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Orientalisch, praktisch, gut: Toblerone enthält nun offiziell weder Schwein noch Alkohol noch irgendwas, was Muslime diskriminiert, diskriminieren könnte oder diskriminiert haben könnte.

Zum Hintergrund (und das ist kein schlechter Scharia-Scherz): Der Schweizer Schoki-Konzern hat sein berühmtes Produkt tatsächlich als „halal“, also für Muslime konsumierbar, zertifizieren lassen. Abend- und Morgenland hatten lange auf nichts Anderes gewartet.

Der Vorgang hat nun zu fünf Dingen geführt, die zwar nicht halal sind, aber dafür waschechte Fake-News: 1. Die Schweizer Alpen versichern, dass der Schnee, der auf ihnen liegt, nur so daliegt, also keine nicht-halalen Hintergrund-Gedanken hat und sowieso akzeptabel ist, weil er die Berge ja bedeckt. 2. Raffaelo gibt es bald nur noch in schwarz wegen Gleichberechtigung. 3. Getränke-Hersteller haben ihr Wasser als halal zertifizieren lassen und versichert, da sei kein Wein drin. 4. Yogurette führt jetzt auch die männliche Form „Yogurt“. 5. Forscher haben bewiesen, dass Fahrstuhltüren, die Nordmann-Tanne (Ausnahme: Weihnachtsbaum) und Alu-Verpackungen auch halal sind, dafür aber leider weder barrierefrei noch koscher.

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