Glosse

Schräge Wintervögel

Ach, endlich mal diese Zeile schreiben: Das letzte Stündchen hat geschlagen! Wer aber trotzdem noch weiterliest, sei damit belohnt: Es geht noch nicht um das Ende der Menschheit. Sondern um die Stunde der Wintervögel.

Zum letzten Mal in diesem Jahr ruft der Nabu nämlich dazu auf, die Piepmätze am Futterhäuschen, Meisenknödel oder im Garten zu zählen. Aber vermutlich wissen viele gar nicht mehr: Was ist überhaupt ein Wintervogel?

So sind am Himmel große Flieger zu sehen, die aber nicht mitgezählt werden dürfen, weil sie sich nur von Kerosin und Passagieren ernähren. Wenn es bei jemandem piept, ist oft nicht zu erkennen, um welchen schrägen Vogel es sich handelt und die Aussage „der hat eine Meise“ unwissenschaftlich.

Pechvögel- und Spaßvögel sind ganzjährig aktiv – genau wie „schräge“ Vögel. Sie können also als Wintervögel nicht gerechnet werden. Gut bestimmen lässt sich dagegen eine Art, die gerade an den Festtagen immer wieder zum Knödel kommt und danach ein artspezifisches Trinkverhalten zeigt: die Schnapsdrossel. Denn wer die nicht mehr erkennen kann, muss sich möglicherweise dazuzählen.

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