Kommentar Elterngeld

Gesellschaftliche Ursachen

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Kein Zweifel, das Elterngeld ist grundsätzlich eine familienpolitische Erfolgsgeschichte. Mit der Einführung vor rund zwölf Jahren wurde ein Anreiz geschaffen, dass sich auch Väter stärker um ihre neugeborenen Kinder kümmern.

Damit leistet das Elterngeld einen wichtigen Beitrag für mehr Partnerschaftlichkeit bei der Erziehungsarbeit.

Dass sich Väter dabei meist mit zwei Partnermonaten begnügen, während die Mütter oft ein Jahr zu Hause bleiben, hat nur vordergründig etwas mit der Konstruktion des Elterngeldes zu tun. Vielmehr geben die gesellschaftlichen Verhältnisse den Ausschlag – zuallererst das noch immer deutlich unterschiedliche Gehaltsniveau von Männern und Frauen. Würden die meist besserverdienenden Väter länger als zwei Monate pausieren, wüssten viele Familien nicht, wie sie finanziell über die Runden kommen. Die Linken haben nun die deutliche Ausweitung der Mindestelternzeit für den Partner angeregt, damit die Familie weiter maximal profitieren kann. Doch diese Rechnung dürfte nicht aufgehen, solange die gesellschaftlichen Umstände sind, wie sie sind. Eher würde das Elterngeld dann weniger optimal ausgeschöpft werden. Und das kann auch nicht im Sinne der Familienpolitik sein.

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