Kommentar

Der nächste Zündstoff

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Brennende Ölfelder in Saudi-Arabien. Was dies am Ende für die Europäer bedeutet, wird sich in den nächsten Tagen an den Benzin-Zapfsäulen ablesen lassen. Doch auch politisch birgt das Großfeuer jede Menge Zündstoff.

Die USA machen Teheran für die Drohnenangriffe verantwortlich, was der Iran natürlich dementiert – so wie er jüngst auch gut dokumentierte Interventionen gegen Öltanker in der Straße von Hormus bestritten hat. Beweise, dass der Iran die Attacken nun direkt ausgeführt hat, konnte oder wollte US-Außenminister Pompeo nicht vorlegen. So bleibt es bisher bei Indizien wie dem Bekenntnis der im Jemen operierenden und mit Teheran alliierten Huthi-Rebellen.

Grundsätzlich muss Teheran mit Blick auf seinen Wunsch nach Sanktionserleichterungen ein Interesse an einer Verknappung des internationalen Ölmarktes haben. Und dass der Iran um keinen Trick verlegen ist, zeigt das Drama um den Öltanker „Adrian Darya 1“, in dem Teheran am Ende über einen Strohmann-Verkauf an Syrien die EU-Sanktionen umgangen haben soll. Dieser Wortbruch sollte auch jenen Politikern als Mahnung dienen, die Teheran gerne als ehrenwerten Verhandlungspartner ansehen und um jeden Preis das von den USA aufgekündigte Atomabkommen erhalten wollen.

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