Trumps leere Drohungen

Truppen in Deutschland sind vor allem im US-Interesse

Ulrich Brenner FOTO: SZ / Robby Lorenz

Die gelassenen Reaktionen aus Rheinland-Pfalz auf Drohungen des US-Präsidenten, Soldaten seines Landes als eine Art Strafe für deutsche Unbotmäßigkeit abzuziehen und nach Osten zu verlagern, sind berechtigt.

Mehr US-Streitkräfte in Polen mögen aus strategischer Sicht der Nato sinnvoll sein. Mit einer deutlichen Reduzierung von Truppen in Deutschland aber würden sich die Amerikaner ins eigene Fleisch schneiden. Zu wichtig ist nicht zuletzt die Pfalz als Drehscheibe für Kriege Washingtons, die keineswegs immer im deutschen Interesse geführt werden – teilweise sogar gegen den erklärten deutschen Willen. Die Pfalz ist für die USA wie ein Flugzeugträger im Wert von Abermilliarden Dollar.

Nach deutschem Recht höchst umstrittene Drohnen-Einsätze im Nahen Osten werden von hier gesteuert. Die größte Militärklinik der Amerikaner außerhalb der USA entsteht in Weilerbach auch mit deutschen Millionen und soll die US-Soldaten im weltweiten Einsatz noch besser versorgen. Und die US-Jets von Spangdahlem fliegen sicher nicht zur Belustigung der Bürger im Nordsaarland ihre Übungsflüge.

Richtig ist, dass strukturschwache Regionen von den US-Stützpunkten profitieren. Auch sicherheitspolitisch ist die US-Präsenz für Deutschland von Nutzen. Für die Vereinigten Staaten ist sie aber fast noch wichtiger. Das weiß man in Washington, und das wird der Geschäftsmann Donald Trump – trotz aller markigen Sprüche – auch erkennen.

top