Erneute Datenpanne

Facebook tritt erneut ins Fettnäpfchen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg versprach erst vor Kurzem, vorsichtiger mit den Daten von Nutzern umzugehen.FOTO: AP / Marcio Jose Sanchez

Menlo Park. Die Passwörter von Hunderten Millionen Nutzern konnten Mitarbeiter des sozialen Netzwerks über Jahre einsehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook dabei erwischt wird, wie es leichtsinnig mit den Daten seiner Nutzer umgeht. Dieses Mal hat der Internetkonzern aus dem kalifornischen Menlo Park die Datenpanne eingestanden, allerdings nicht, bevor jemand anderes den Fauxpas ans Licht gebracht hat. Passwörter von Hunderten Millionen Facebook-Nutzern seien über Jahre hinweg unverschlüsselt auf den Servern des Unternehmens gespeichert gewesen, schrieb der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs bereits einen Tag vor Facebooks Eingeständnis auf seinem Blog. Mitarbeiter des sozialen Netzwerks hätten die persönlichen Informationen jederzeit einsehen können. Laut Facebook müssen Nutzer sich keine Sorgen um die Sicherheit ihrer Konten machen. Der Fehler sei inzwischen behoben worden.

Facebooks Verhalten wird von deutschen Datenschützern heftig kritisiert. „Facebook übernimmt immer erst dann Verantwortung, wenn das Unternehmen dazu gezwungen wird“, erklärt Bundesjustizministerin Katarina Barley. So sei es auch jetzt wieder. Sie rät allen Nutzern, ihre Passwörter zu ändern. Der Vize-Fraktionschef der Grünen, Konstantin von Notz, sagt, die jüngsten Meldungen fügen sich nahtlos in das Bild eines Konzerns ein, der seit Jahren den eigenen Profit vor den Schutz der Daten seiner Nutzer stelle. Facebook habe noch immer nicht begriffen, welche Bedeutung dem Datenschutz und der IT-Sicherheit im digitalen Zeitalter zukomme, so Notz.

„Es ist zwar traurig, aber ein Datenschutzvorfall bei Facebook ist mittlerweile leider keine große Überraschung mehr“, kritisiert der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber. „Skandalös ist allerdings, dass einer der weltweit größten IT-Konzerne offensichtlich nicht weiß, wie Kundenpasswörter gespeichert werden müssen. Damit setzt Facebook seine Kunden einem unnötigen Risiko aus. Das ist in etwa so, wie wenn sich Fahrgäste in einem Taxi nicht anschnallen können, weil der Fahrer nicht weiß, wie ein Sicherheitsgurt funktioniert“, so der Datenschutzbeauftragte. Das soziale Netzwerk habe die Passwörter auf keinen Fall in unverschlüsselter Form speichern dürfen, sagt Kelber. Der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg habe ein deutsches Unternehmen vor einigen Monaten wegen eines ähnlichen Vergehens mit einer Geldbuße belegt.

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