Unfreiwillige IT-Dienstleister

Das „Kannst-du-mal-kurz …?“-Dilemma

Viele Jugendliche kennen das: Ältere Familienmitglieder bitten sie um Hilfe bei technischen Hindernissen. FOTO: dpa / Maja Hitij

München. Wie eine Umfrage zeigt, nervt es viele jüngere Familienmitglieder, die Technikprobleme ihrer Großeltern zu lösen.

„Kannst du mal kurz helfen?“ Vor allem jüngere Familienmitglieder, von denen es heißt, sie kennen sich mit „dem Internet“ und „dem Computer“ aus, kennen diese Frage. Meist ist das Problem, dessentwegen Großväter oder -mütter ihre Enkel ansprechen, dann auch schnell gelöst. Doch genervt sind viele der unfreiwilligen IT-Dienstleister trotzdem, zeigt eine Umfrage des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky.

Die Studie gibt weltweit Aufschluss über die Kluft zwischen den Generationen hinsichtlich des Umgangs mit digitaler Technologie. Also zwischen jenen, die intuitiv mit Technologie umgehen können, und solchen, die sich aufgrund mangelnder Kenntnisse überfordert und abgehängt fühlen.

Ein Viertel der sogenannten Millennials – wer zu dieser Altersgruppe gehört, wurde um das Jahr 2000 geboren – habe in einer Umfrage angegeben, Familienmitglieder zu meiden, bei denen die Gefahr besteht, dass sie um technische Hilfe bitten. Fast jeder Zehnte würde sogar lieber einen Dienstleister bezahlen, als selbst Hand anlegen zu müssen. Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer vermeide es bewusst, älteren Familienmitgliedern technische Geschenke zu machen. Denn das bedeute Arbeit, weil sie für die Einrichtung solcher Geräte antreten müssen. In der Auswertung der Umfrage zeigt sich, dass es Stück für Stück zur Entfremdung der Millennials von der älteren Generation ab 55 kommt.

(slp)
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