Berg von 1,4 Millionen Überstunden angehäuft

Gewerkschaft: Polizei im Land ist völlig überlastet

ARCHIV - ILLUSTRATION - 06.08.2015, Schleswig-Holstein, Flensburg: Ein Streifenwagen der Bundespolizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht in Flensburg (Schleswig-Holstein) in der Ausfahrt einer Garage. Nach dem gewaltsamen Tod einer 17-Jährigen in Flensburg ist gegen einen 18-jährigen Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Dies teilte ein Sprecher des polizeilichen Lagezentrums in Kiel in der Nacht zum 14.03.2018 mit. Das Mädchen war am 12.03.2018 in einer Wohnung mit schweren Stichverletzungen aufgefunden worden. (zu dpa "Haftbefehl nach gewaltsamen Tod von 17-Jähriger erlassen" vom 14.03.2018) Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Carsten Rehder

mainz. In einigen Dienststellen im Land gibt es nachts nur noch eine Streife. Hunderte Beamten fehlen. Der Überstunden-Berg ist auf 1,4 Millionen Stunden angewachsen.

Mehrere hundert Polizisten fehlen derzeit in Rheinland-Pfalz. Laut Innenministerium waren zum Mai 562 Stellen bei der Polizei  nicht besetzt. Im Laufe des Jahres sollen insgesamt 111,5 neue Stellen geschaffen werden. „Zu wenig“, kritisiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Sie fordert insgesamt 10 000 Vollzeitstellen. Derzeit gibt es  9308 Polizisten im Land. Laut Innenministerium sind rund drei Prozent der Planstellen für Polizisten unbesetzt.

Trotz der vom Land zugesagten Neueinstellungen sei noch keine  Entlastung bei den Beamten spürbar, kritisiert die Gewerkschaft. Es seien neue Aufgaben hinzugekommen ohne entsprechende Aufstockung des Personals. Laut einer Antwort des Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf eine Landtagsanfrage der AfD sind im vergangenen Jahr 413 Beamte aus dem Dienst ausgeschieden, im gleichen Zeitraum seien 451 eingestellt worden.

Die Polizisten schieben einen Berg von Überstunden vor sich her. Derzeit beträgt die Zahl 1,4 Millionen Stunden. Mittlerweile sind viele Dienststellen von montags bis donnerstags in der Nacht gar nicht voll besetzt. Da diese Tage laut Innenministerium als „ereignisschwach“ gelten, reiche für einige Polizeiinspektionen eine Mindeststärke von drei bis vier Beamten im Nachtdienst. Das bedeutet, dass dort nachts nur eine Streifenwagenbesatzung zur Verfügung steht.

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