Umwelt

Gans schön dreist und ziemlich schmackhaft

Trier. Die Meinungen über Nilgänse gehen auseinander. Obwohl die Tiere im Land vermehrt gejagt werden, steigt die Population.

„Es werden immer mehr, und sie verhalten sich immer dreister.“ Der Bademeister des Schweicher Freibads war im vergangenen Frühjahr auf einige ungebetene Badbesucher nicht gut zu sprechen. Das lag an den Hinterlassenschaften des Federviehs mit den braunen Augenflecken. Da sich Nilgänse bevorzugt in der Nähe von Wasser aufhalten, verrichten sie ihre Notdurft im Schweicher Schwimmbad bevorzugt direkt am Beckenrand. Das Ergebnis: haufenweise grüner Dreck. „Bei wenig Badebetrieb muss ich den Dreck zwei bis drei Mal am Tag wieder entfernen“, schimpft Bademeister David Schomer, der immer froh ist, wenn die Anlage gut besucht ist und die Nilgänse deshalb lieber fernbleiben.

Irgendwann sind die Vögel wieder da. Bei der Verbandsgemeinde Schweich gelten die Nilgänse längst als Dauerproblem, das von Jahr zu Jahr größer wird. Wurden vor fünf, sechs Jahren zunächst nur zwei Vögel gesichtet, tummelten sich zuletzt sieben Nilgänse am Beckenrand und fühlten sich dort offensichtlich pudelwohl. Von einem eigens angeschafften „Raubvogel“, einem Drachen mit Habichtskostüm, ließen sich die Vögel laut VG-Büroleiter Wolfgang Deutsch gerade einmal ein, zwei Tage beeindrucken. Dann hatte der vermeintliche Habicht seinen Schrecken verloren, und die Nilgänse grasten unter seiner Aufsicht wieder fröhlich weiter.

Wie in der Verbandsgemeinde Schweich entwickeln sich die Nilgänse auch andernorts in der Region Trier zu einer Plage. Im Kreis Bernkastel-Wittlich, wo mit die höchsten Abschussquoten in Rheinland-Pfalz zu verzeichnen sind, hat sich die Zahl der Nilgänse nach Angaben eines Sprechers „in den letzten Jahren drastisch erhöht“. Die Tiere verdreckten nicht nur Schwimmbäder, Zeltplätze oder andere öffentliche und private Flächen, sondern verdrängten auch zunehmend einheimische Wasservögel. Eine Aussage, die unter Verweis auf das angeblich aggressive Brutverhalten der Nilgänse auch vom Landesjagdverband geteilt wird.

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