„Arab-Nil-Rhein“-Verein

Moscheeverein tritt aus Arbeitskreis aus

Mainz. (dpa) Der muslimische „Arab-Nil-Rhein“-Verein, bei dem Rheinland-Pfalz einen Bezug zum Salafismus prüft, hat Konsequenzen aus Vorwürfen gezogen. Der Verein kündigte an, sich aus dem Arbeitskreis Mainzer Muslime (AKMM) zurückzuziehen, um den Weg für weitere Verhandlungen freizumachen.

Zwei Gutachten für die Landesregierung hatten darauf verwiesen, dass der Verfassungsschutz Bezüge des „Arab-Nil-Rhein“-Vereins zur Muslimbruderschaft und zum gewaltfreien Salafismus sieht. Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte gestern, es gebe mit dem Austritt keinen neuen Sachstand.

Für eine weitere Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht in Mainzer Schulen hatte das Land gefordert, dass der AKMM den „Arab-Nil-Rhein“-Verein als Mitglied ausschließt oder den Kontakt ruhen lässt. Das soll aber auch für den Islam Info Service gelten, bei dem der Verfassungsschutz ebenfalls Bezüge zur Muslimbruderschaft und zum Salafismus sieht. Der Verein ist zudem Träger der einzigen muslimischen Kita in Rheinland-Pfalz. Das Ministerium droht, ihm die Betriebserlaubnis für die Kita zu entziehen.

Der Verein weist die Vorwürfe zurück. „Wir sind kein salafistischer Verein, wir sind kein Verein der Muslimbruderschaft und wir sind kein Verein, der extremistische Bestrebungen hat“, sagte Vorsitzender Samy Elhagrasy gestern der dpa. Er sei auch als Vorsitzender des AKMM zurückgetreten. Elhagrasy bedauerte, dass nur ein Politiker eine Einladung in die Kita vergangene Woche annahm. Programmatischer Kern der Muslimbruderschaft ist laut Verfassungsschutzbericht Rheinland-Pfalz 2017 die Einheit von Religion und Staat. Der Salafismus ist eine extrem konservative Strömung des Islams.

(dpa)
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