Gesundheit

Magenmittel als Geburtshelfer

Zur Einleitung von Geburten wird häufig das Magenmittel Cytotec verwendet.FOTO: dpa / Caroline Seidel

Trier. Wie schädlich ist das Medikament Cytotec? Auch in Kliniken in der Region wird es zur Einleitung der Wehen verwendet, obwohl es nicht dafür zugelassen ist.

Das Medikament wurde in den 1980er-Jahren entwickelt. Und zwar zur Vorbeugung und Behandlung etwa von Magengeschwüren. Verkauft wird es unter anderem unter dem Namen Cytotec. Es enthält den Wirkstoff Misoprostol. Dieser wirkt nicht nur bei Magenproblemen, sondern auch zur Einleitung von Geburten oder auch bei einer Abtreibung. Zugelassen ist dafür das Medikament seit 2006 nicht. Trotzdem wird es in der Geburtshilfe verwendet. Vor allem sind die Tabletten günstiger ist als Medikamente, die für die Geburtseinleitung zugelassen sind.

Doch Cytotec hat Nebenwirkungen. Die Einnahme kann zu einem sogenannten Wehensturm führen. Das sind sehr dicht aufeinanderfolgende Wehen, die im schlimmsten Fall dazu führen können, dass das Kind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Obwohl es für die Geburtseinleitung nicht zugelassen ist, wird es weiterhin dafür verwendet. Auch in der Region. Und zwar im sogenannten Off-Label-Gebrauch. Das heißt: Da Ärzte über eine Therapiefreiheit verfügen, können sie auch Medikamente für Behandlungen verordnen, für die diese nicht zugelassen sind. Voraussetzung ist, dass die Patienten darüber aufgeklärt werden.

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