Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Schäden im Wald sorgen für „Herkulesaufgabe“

Geschädigte Fichten im rechtsrheinischen Stadtwald von Koblenz. Dürre, Hitze und Schädlinge bringen nicht nur Nadel-, sondern zunehmend auch Laubbäumen in Rheinland-Pfalz den Tod. FOTO: dpa / Thomas Frey

Ober-Olm. Viele Laubbäume in Rheinland-Pfalz leiden infolge des Klimawandels unter einer „Trockenheits-Depression“. Die Lage ist laut Landesforsten so schlimm wie noch nie.

Die durch Trockenheit, Hitze und Stürme entstandenen Schäden im Wald stellen Forstleute nach Ansicht von Landesforsten Rheinland-Pfalz vor eine „Herkulesaufgabe“. Mancherorts biete sich „ein erschreckendes Bild“, sagte Jens Jacob, Leiter der Forstabteilung bei Landesforsten, am Freitag im Forstamt Rheinhessen in Ober-Olm. „Das gab es so noch nie.“ In dem Forstamt war Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zum Abschluss ihrer zweitägigen Reise zum Thema Nachhaltigkeit zu Gast. Jacob sagte, die langen Trockenperioden vor allem im Sommer 2018, aber auch dieses Jahr, die große Hitze sowie Stürme im Winter hätten dem Wald arg zugesetzt. Es gebe bei Laubbäumen eine regelrechte „Trockenheits-Depression“. Der Borkenkäfer vermehre sich massenhaft und schädige vor allem Fichten, für Schäden sorgten etwa auch die Rußrindenkrankheit oder der Eichenprozessionsspinner. In der Rheinebene zeige sich an manchen Stellen eine „Entwaldung“.

Es brauche dringend eine längere Zeit mit kontinuierlichem Regen, sagte Jacob. Eigentlich sei das Klima hierzulande stets durch hohe Sommerniederschläge gekennzeichnet gewesen. Das habe sich verändert. Mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft werde versucht, den Wald anpassungsfähiger zu machen. Es würden „klimatolerantere Baumarten“ gepflanzt, Fichtenwälder würden etwa mit Buchen „unterpflanzt“.

Die Landesregierung hatte sich im Juni mit Waldbesitzern getroffen und ihnen Hilfe zugesagt. Rheinland-Pfalz ist eines der waldreichsten Länder Deutschlands, auch tausende Arbeitsplätze hängen am Wald. Laut dem Waldzustandsbericht 2018 sind 37 Prozent der Bäume deutlich geschädigt, so viele wie noch nie seit Beginn dieser Erhebung 1984.

top