Mehr Schutz für Kinder

Kinder mit Problemen früher erreichen

Viele Jugendämter in Deutschland kommen ihren Aufgaben beim Kinderschutz bislang nur unzureichend nach. FOTO: dpa / Peter Kneffel

Budenheim. Schwierige Situationen von Kindern früh erkennen – das ist ein Ziel des Kinderschutzgesetzes in Rheinland-Pfalz. Nach zehn Jahren Gesetz ziehen Landesregierung und Kinderschutzbund eine Bilanz.

Der Deutsche Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz dringt auf eine engere Vernetzung von Jugendämtern, Kinderärzten und Hebammen, um Probleme früher zu erkennen. „Wenn sie alle Hand in Hand arbeiten, dann kann man da relativ viel zum Schutz von Kindern beitragen“, sagte der Vorsitzende Christian Zainhofer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Das verbessere die Möglichkeiten, frühzeitig von außen eine mögliche Gefährdung eines Kindes festzustellen. Er hält mehr Geld für die kommunalen Jugendämter für notwendig, um vorsorgend eingreifen zu können. „Da sind der Bund und das Land echt gefordert, den Jugendämtern Geld in die Hand zu geben.“

Eine Studie der Hochschule Koblenz hatte ergeben, dass viele Jugendämter in Deutschland ihren Aufgaben beim Kinderschutz nur unzureichend nachkommen. Auf rund 13 300 Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) kommen demnach mehr als eine Million Fälle. In Budenheim wollen sich Fachkräfte aus lokalen Netzwerken zur zweiten Kinderschutzkonferenz der Landesregierung und des Landesamts für Soziales und Jugend treffen.

Wenn Kinder Probleme haben, sollen die Eltern die passenden Hilfsangebote in Rheinland-Pfalz schneller finden – das plant die Landesregierung. „Die Unterstützungsangebote sollen noch zielgenauer dort abrufbar sein, wo die Familien leben, die Unterstützung benötigen – zum Beispiel in den Kitas, in den Schulen und in den entsprechenden Wohnvierteln“, erklärte eine Sprecherin des Familienministeriums. „Wir brauchen auch mehr niedrigschwellige Angebote in unseren Familieninstitutionen wie zum Beispiel offene Treffs.“ Die Unterstützung zum Beispiel für Alleinerziehende und Kinder psychisch kranker Eltern solle verstärkt werden, damit betroffene Familien nicht stigmatisiert würden.

(dpa)
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