Arztversorgung im Land

Wenn’s mal wieder länger dauert . . .

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Tobias Hanraths vom 24. Juli 2019: Fast jede dritte Schwangere in Deutschland entbindet heute per Kaiserschnitt. Das ist zu viel, sagen viele Experten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ FOTO: dpa-tmn / Mascha Brichta

Mainz/Zweibrücken. Geburtsstationen schließen, Schwangere fahren weiter. Das Land sucht Lösungen.

Geht es um die finanzielle Not von Kliniken in Rheinland-Pfalz. zeichnet der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Gensch nach, wie sich der Umgang mit Privatpatienten gewandelt habe. „Ein Privatpatient, der früher ins Krankenhaus kam, durfte einem Chefarzt die Hand geben. Heute muss man drei Chefärzten die Hand geben. Und wer die Klinik verlässt, hat mehr Untersuchungen hinter sich als Organe im Körper“, sagt der Zweibrücker Abgeordnete, der in seiner Heimatstadt selbst ein Arztpraxis betreibt. Kliniken machten dafür Abteilungen, die keine „Cash Cows“ sind, dicht – wie Geburtsstationen.

Rund 20 Geburtshilfen schlossen in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren, was schwangeren Frauen weite Wege zumutet. In Prüm, Traben-Trarbach, Hermeskeil und Gerolstein ist die einstige Geburtsstation Geschichte. Die letzte Geburtsstation, die in der Region schloss, war Ende 2018 die in Daun. Um ihr Kind auf die Welt zu bringen, reisen viele Vulkaneifeler Frauen nun nach Wittlich oder Mayen.

Gensch sieht Versäumnisse vor allem in der Frage, wie die Landesregierung die Kliniken bei Investitionen stützt. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) spricht dagegen von einem „flächendeckenden Netz“ an Geburtshilfestationen in den Krankenhäusern.

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