Bekommt Autor Robert Menasse nach Fälschungsverdacht noch Carl-Zuckmayer-Medaille?

Dichtung und Wahrheit

Der österreichische Autor  Robert Menasse, aufgenommen am Rande der Verleihung des Deutschen Buchpreises 2017.FOTO: dpa / Arne Dedert

Mainz. Hat der Wiener Autor und Träger des Deutschen Buchpreises bewusst Zitate gefälscht? Die Staatskanzlei in Mainz entscheidet nun, ob sie bei der geplanten Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an Robert Menasse bleibt. Auch der Schriftsteller selbst meldet sich zu Wort.

Die Einladungen für die Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz am 18. Januar sind schon lange gedruckt – nun aber sind Zweifel an der Würdigung des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse aufgekommen. Nach Vorwürfen zum Umgang mit Zitaten und historischen Daten überprüft die Landesregierung von Rheinland-Pfalz die geplante Ehrung am 18. Januar.

Es seien Gespräche mit allen Beteiligten im Gange, sagte am Freitag eine Sprecherin der Staatskanzlei in Mainz. „Aufgrund der Debatte um umstrittene Äußerungen des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse suchen wir das Gespräch mit dem Autor und den Mitgliedern der Fachkommission, die ihn als Preisträger vorgeschlagen hatte, um den Sachverhalt zu prüfen.“

Bei den Vorwürfen geht es Medienberichten zufolge um die von Menasse vorgebrachte Behauptung, dass der erste Kommissionspräsident des EU-Vorläufers Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Walter Hallstein, seine Antrittsrede 1958 auf dem Gelände des früheren NS-Vernichtungslagers Auschwitz gehalten haben soll. Genau das soll aber nicht der Fall gewesen sein.

(dpa)
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