Musikfestspiele Saar

Junge Musiker wollen das Publikum erobern

Das Bundesjugendjazzorchester tritt Ende Mai mit einer Uraufführung zu zwei Open-Air-Abenden auf dem Ludwigsplatz in Saarbrücken an. FOTO: Nico Pudimat

Saarbrücken. Die Musikfestspiele Saar sind so jung wie nie. Und vor allem in Saarbrücken gibt es einige besondere Termine. Los geht es am 24. April.

Die Stimmung ist gut, fast schon heiter im Büro der Internationalen Musikfestspiele Saar 2019 in der Saarbrücker Bismarckstraße. Man merkt sofort, dass sich der Künstlerische Geschäftsführer Bernhard Leonardy und sein Team sehr freuen auf das, was sie mit viel Herzblut organisieren und dem saarländischen Publikum anbieten werden. Vom 24. April bis zum 26. Mai finden in diesem Jahr die Internationalen Musikfestspiele Saar 2019 statt, und das Motto heißt „New Generation“. „Das Thema ist aber auch Europa, die Musik als bindendes Element“, erklärt Bernhard Leonardy gleich zu Gesprächsbeginn. Und so hat sein Team nicht nur junge Ausnahmekünstler im Programm, sondern die meisten Konzerte sind international, europäisch ausgerichtet.

Gleich zu Beginn der Musikfestspiele spielt daher auch das „European Union Youth Orchestra“ in der Congresshalle, unter dem Dirigenten Vasily Petrenko, der bereits viermal von der renommierten Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum Dirigenten des Jahres gekürt wurde. „In diesem Orchester mitzuspielen, ist sehr schwierig“, erklärt Bernhard Leonardy, da das Niveau entsprechend hoch sei. Schirmherrin des Konzerts ist Staatsministerin Monika Grütters, die ihr Kommen bereits zugesagt hat. Um mit den Konzerten auch ein jüngeres, neu zu begeisterndes Publikum anzusprechen, hat sich das Team der Musikfestspiele überlegt, auf die Straße zu gehen. Um genauer zu sein, in die Hinterhöfe. Denn am 1. Mai, beim Straßenfest der Mainzer Straße, wird ein Bandwettbewerb stattfinden. „Das Preisgeld beträgt 500 Euro. In drei Innenhöfen werden dann drei junge Ensembles auftreten, die alle Musikrichtungen vertreten können“, erläutert Eva Karolina Behr, zuständig für Konzeptentwicklung und Pressearbeit im Team. Der Besucher kann dann beim Flanieren über das Mainzer Straßenfest drei besondere Konzerte anhören, ganz ohne Eintritt zu zahlen.

Am Donnerstag, 2. Mai, findet ein Höhepunkt der Musikfestspiele in der Modernen Galerie statt. „Der Nachwuchskünstler Jan Čmelja, der erst sechzehn Jahre alt ist, gilt als Jahrhunderttalent. Er hat gerade erst das „Concertino Praga“ gewonnen“, schwärmt Eva Behr. Dieses Konzert ist eine Kooperation von drei Kulturinstitutionen, den Musikfestspielen, der Modernen Galerie und des Deutschlandfunks Kultur. „Mir ist es wichtig, mit anderen Kulturinstitutionen zusammenzuarbeiten. Und auch besondere, neue Auftrittsmöglichkeiten zu finden“, fügt Bernhard Leonardy hinzu. Daher findet das Konzert von Valentina Lisita am Freitag, 3. Mai in der Aula der Universität statt. „Die klassische Pianistin ist als Youtoube-Star bekannt geworden. Sie hat sich für diesen neuen, jungen Weg entschieden. Auch jetzt, wo sie im konservativen Business der Klassik anerkannt ist, lebt sie das weiter“, schwärmt Karin Maria Piening, zuständig für Festivalmanagement und Konzeptentwicklung.

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