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„Vom Gießen des Zitronenbaums“ von und mit Elia Suleiman: Eine feine Komödie

Der Regisseur und Hauptdarsteller fungiert als stiller Beobachter und perfekter Fremder. FOTO: Neue Visionen Filmverleih

„Vom Gießen des Zitronenbaums“ von und mit Elia Suleiman: Eine feine Komödie.

Politik ist ein ernstes Geschäft. Elia Suleiman wurde das erstmalig 1996 bewusst, als sein erster Spielfilm „Chronik eines Verschwindens“ einen Nebenpreis in Venedig und einige Hauptpreise auf ein paar Nebenfestivals bekam, aber darüber hinaus kaum Publikum erreichte.

Elia Suleiman, palästinensischer Filmautor, zog seine Lehren und begann das Konzept seiner Kurzfilme auf größeren Rahmen zu übertragen. Einen ersten Achtungserfolg konnte er 2012 mit seinem Beitrag für das künstlerische Durcheinander im Episodenfilm „7 Tage in Havanna“ erzielen. Trotzdem dauerte es sechs weitere Jahre, bis Suleiman seinen nächsten Film realisieren konnte als pan-kontinentale Koproduktion, die von Kanada über Deutschland, Frankreich und die Türkei bis Palästina und Qatar reicht. Was eine Menge aussagt über Geldbeschaffung im internationalen Arthouse-Sektor unserer Zeit.

Jetzt ist der Film nach ausgedehnter Festivaltour da – und er ist zauberhaft. Die Handlung ist minimalistisch. Elia Suleiman begibt sich von seinem Zuhause in Jerusalem auf die Reise, um in New York und Paris Geldgeber für sein nächstes Projekt zu treffen. Was dabei zu Hause und dann unterwegs passiert, ist die klassische Auseinandersetzung mit der Tücke des Objekts. Aber während Filmkomödianten wie Buster Keaton, Jacques Tati oder Pierre Etaix stets selbst ins absurde Geschehen eingebunden waren und Lehren daraus ziehen mussten, bleibt Elia Suleiman stiller Beobachter, an dem alles abperlt, auch wenn es direkt auf ihn zielt. Suleiman ist der perfekte Fremde, der eine Komödie über den Frieden im Nahen Osten dreht, was ihm Amerikaner salbungsvoll als lustiges Unterfangen attestieren.

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