Musikbranche

Vinyl für Sammler – Musikstreams für die Masse

Ihre Lieblingsmusik besorgen sich immer mehr Menschen nicht per Tonträger, sondern über Plattformen wie beispielsweise Spotify. FOTO: dpa / Mikko Stig

Berlin. Jahrelang kannte der Trend für Deutschlands Musikindustrie fast nur eine Richtung: abwärts. Nun kehrt der Optimismus zurück – obwohl die Hörer immer weniger CDs kaufen und Vinyl ein Nischenprodukt bleibt. Das Musikstreaming aber ändert alles, auch die Hörgewohnheiten.

Warm klingende Vinylplatte oder knisterfreie CD? Diese von Musikern und Fans ideologisch aufgeladene Frage nach dem optimalen Sound-Genuss hat nun auch die Kundschaft in Deutschland eindeutig beantwortet – zugunsten des nüchtern-pragmatischen digitalen Audiostreamings.

Nach den Halbjahreszahlen des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) vom Donnerstag lässt die Branche ihre fast 20 Jahre währende Krise hinter sich, weil die Menschen ihre Lieblingsmusik auch hierzulande immer weniger auf Tonträgern kaufen, sondern über Plattformen wie Spotify, Amazon, Apple Music, Tidal oder Deezer. Die Gewohnheiten beim Musikkonsum ändern sich radikal, wie auch eine derzeit laufende Nutzerstudie zeigt.

Gingen die Gesamtumsätze nach Verbandsberechnung 2017 und 2018 noch leicht zurück, so läuft es dieses Jahr bisher wieder rund. Bei 783,2 Millionen Euro Umsatz in den ersten sechs Monaten verzeichnete die Musikbranche ein Plus von knapp 60 Millionen Euro (7,9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – die höchste Wachstumsrate seit 1993. Zum Vergleich: Zwischen 1998 und 2012 hatten sich die Umsätze fast halbiert.

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