70. Geburtstag

„Alpha-Tier“ und „Pfefferminz“-Prinz

„Superstar, Megastar, das sind alles Karnevalsorden, die morgen schon nichts mehr wert sind“, sagt Marius Müller-Westernhagen, der heute 70 wird, über die Karrieren in der Musikbranche.FOTO: dpa / Britta Pedersen

Düsseldorf/Berlin . Heute feiert Marius Müller-Westernhagen seinen 70. Geburtstag. Die Zahl sei ihm unwichtig, sagt der Musiker, der auf eine 50-jährige Karriere zurückblickt.

(epd/dpa) „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ war in den 70er Jahren sein Durchbruch, bei „Freiheit“ schwenkten Ende der 80er Tausende Fans ihre Feuerzeuge. Heute wird Marius Müller-Westernhagen 70 Jahre alt. Ein alternder Popstar wollte er nie werden. „Um Gottes willen, das ist unwürdig! Man darf eine Karriere nicht auf Ruhm und Erfolg bauen, die sind vergänglich“, hatte Marius Müller-Westernhagen gesagt, als er im vergangenen Jahr mit dem Echo für sein Lebenswerk geehrt wurde. Dann gab er im Zuge der Antisemitismus-Debatte um den Echo alle seine sieben Preise aus Protest zurück.

Eigentlich gab er schon vor 19 Jahren seinen Abschied von den großen Bühnen bekannt. Ganz von der Musik lassen will der Künstler, der sich in der Öffentlichkeit rar macht, aber nicht. Zuletzt veröffentlichte er 2016 auf DVD und CD das Konzert „MTV Unplugged“ und präsentierte danach auf einer Tournee Songs aus seiner inzwischen 50-jährigen Musikkarriere, wie „Alphatier“ oder „Sexy“.

Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg seien die ersten gewesen, die hiesige Geschichten erzählt und zu Pop-Musik verarbeitet hätten, sagt der Journalist und Autor Manfred Bissinger in der Westernhagen Dokumentation „Zwischen den Zeilen“. Der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer hingegen hält den Musiker für einen „Kitsch-Produzenten, der im Gegensatz zu anderen Popgrößen den Dreh raushat, seine Stücke mit politischen Statements so aufzubrezeln, dass er im Kulturfeuilleton als Denker durchgeht“. Bis Ende der 80er Jahre war Westernhagen zugleich Musiker und Schauspieler. „Ich bin in einer Künstlerfamilie groß geworden“, erzählt er in „Zwischen den Zeilen“. Geboren wurde er am 6. Dezember 1948 in Düsseldorf. Sein Vater, der bereits im Alter von 44 Jahren starb, gehörte im Düsseldorfer Schauspielhaus zum Ensemble von Gustaf Gründgens.

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