Erstmals zwei Ausstellungs-Räume

Louvre zeigt herrenlose Werke

Sebastien Allard, der Direktor der Gemälde-Abteilungen des Louvre, steht neben dem Bild „Scene d‘interieure, le matin“ von Januarius Johann Rasso Zick. FOTO: Sabine Glaubitz / dpa

Paris. In Frankreichs Museen schlummern rund 2000 herrenlose Werke. Viele befinden sich im Louvre, der ihnen erstmals zwei Säle widmet. Eine Antwort auf die Kritik an der Provenienzforschung des Museums.

Die Säle liegen gleich am Ende der Rubensgalerie, einem der meist besuchten Ausstellungsräume des Louvre in Paris. Noch fehlt die große Informationstafel, die darauf hinweist, dass hier sogenannte MNR ausgestellt sind – Werke, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den französischen Nationalmuseen mit dem Auftrag übergeben wurden, die rechtmäßigen Eigentümer herauszufinden. Unter ihnen Raubkunst und Bilder, die über den deutschen Galeristen Hildebrand Gurlitt gehandelt wurden, einem der Haupteinkäufer für Hitlers Museum in Linz.

„Wir wollen damit Sensibilisierungsarbeit leisten. Ziel ist es, sie den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben, denn diese Werke gehören uns nicht“, sagte Sebastien Allard, der Direktor der Gemälde-Abteilungen des Louvre. Man sei nur vorübergehender Hüter. Mit dieser Initiative reagiert das Museum auch auf eine immer wiederkehrende Kritik. In den vergangenen Jahren ist Frankreich wegen seiner schleppenden Provenienzrecherche immer wieder kritisiert worden, darunter auch der Louvre. Die Eröffnung der beiden Säle sei unter anderem eine Antwort darauf, so Allard.

Auf der Liste der „MNR“, der Musées Nationaux Récupération, stehen mehr als 2000 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen und Möbel. Das Verzeichnis besteht aus Werken, die von den Nazis beschlagnahmt wurden sowie aus Verkäufen von Verfolgten unter Zwang und aus Not.

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