Lothringisches Kulturzentrum wird umgebaut

Forbacher Bühne erhält ein neues Gewand

So soll das Forbacher Kulturzentrum Le Carreau nach der Renovierung aussehen. FOTO: RK+ Raphaël KOPEC

Forbach. Die bedeutendste Kultureinrichtung in Forbach, Le Carreau, wird in den kommenden drei Jahren bei laufendem Theatertrieb für 7,2 Millionen Euro grundlegend renoviert.

Das Forbacher Centre d‘Animation Culturelle wird spätestens 2022 kaum wiederzuerkennen sein. Denn das Gebäude, in dem die Scène nationale (Nationalbühne) Le Carreau, die bedeutendste Kultureinrichtung des Forbacher Gemeindeverbands, ihren Sitz hat, wird in den kommenden drei Jahren – bei laufendem Theatertrieb – grundlegend renoviert und umgebaut. „Wir verpassen ihr ein ganz neues Kleid“, sagt Architekt Christian Trubert, der zusammen mit seinem Kollegen Raphael Kopec vom Büro RK+ (Straßburg/Forbach) für die Umbaupläne verantwortlich zeichnet. Das 1978 aus Betonfertigteilen errichtete Theater- und Kulturhaus, entworfen vom Architekten Guy Bourdon, von dem auch das benachbarte Kino Paris stammt, erhält rundum einen neuen Anstrich. Vornehmlich wählten Trubert und Kopec dafür Dunkelgrau und setzen mit Orange belebende Akzente. „Die runden Relief-Muster auf der Fassade sind typisch 70er-Jahre-Stil, die wollten wir unbedingt erhalten und werden sie in Hellgrau absetzen“, erläutert Trubert. Den etwas hermetischen, abweisenden Charakters des Gebäudes wollen sie hingegen aufbrechen. Über den Eingang haben sie deshalb einen großen, etwas vorkragenden Balkon vorgesehen. Hier kann man künftig nicht nur Luft schnappen, seine Glasfront dient außerdem abends als leuchtende Werbefläche für das Theaterprogramm. Auch die zur Bahnlinie weisende Seite des Gebäudes wird durch zusätzliche Fenster und einen Balkon aufgelockert. „Tausende Leute kommen da täglich mit dem TGV vorbei, sie sollen doch einen positiven Eindruck von Forbach bekommen“, sagt Trubert dazu.

Ein besonderes Anliegen ist den Architekten die Begrünung der Fassade auf 450 Quadratmetern zur Avenue Saint-Rémy. Die Stadt werde die vierspurige Durchgangsstraße im Herbst zurückbauen und stärker begrünen, die bepflanzte Wand passe also gut in die städtische Grünstrategie, meint Trubert.

Nicht nur äußerlich wollen die beiden das rund 40 Jahre alte Gebäude modernisieren, wozu auch Wärmedämmung gehört. 52 Prozent Energieersparnis soll das bringen. Auch innen entspricht der Bau nicht mehr den heutigen Erfordernissen eines Theaters mit Gastspielbetrieb und unterschiedlichsten Veranstaltungen. Schon Frédéric Simon, der vorherige Theaterdirektor, hegte daher Ausbaupläne. Er wollte an der Rückseite auf dem Parkplatz einen Erweiterungsbau für kleinere Theaterformate stellen. „Das wäre mit dem vorhandenen Budget aber nicht zu realisieren gewesen“, sagt Trubert. 7,2 Millionen Euro stehen laut Trubert zur Verfügung, rund 2 Millionen Euro investiert die Stadt, je 1,5 Millionen Euro Staat und Region, weiteres Geld kommt vom Département und der Europäischen Union. Sie hätten nach einer gründlichen Gebäudeanalyse festgestellt, dass man gar nicht erweitern müsse, weil es innen viele ungenutzte Räume gebe, die man neu aufteilen könne, um so den Bedarf an neuen Funktionsräumen zu erfüllen, sagt Trubert.

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