Soundtrack zum Jubiläum

Wind und Freiheit, SOS und Eis: Eine Playlist zum Mauerfall

Die Scorpions gaben am Tag des Mauerfalls ein Konzert in Paris. Foto: Rainer Jensen/dpa FOTO: Rainer Jensen

Berlin. „Freiheit“ oder „Wind Of Change“: Manche Titel von West-Songs, die sich ins kollektive Wende-Gedächtnis eingebrannt haben, sind ganz eindeutig. Ost-Lieder wie „SOS“ oder „Das Eis taut“ sandten dagegen verstecktere Botschaften. Eine Playlist zum Mauerfall-Jubiläum.

Wohl jeder, der die Wendezeit vor 30 Jahren erlebte, hat dazu heute noch Bilder vor Augen. Und viele Deutsche haben auch passende Lieder im Ohr. Wie also klingt er, der Soundtrack zum Mauerfall am 9. November 1989? Eine Playlist aus West und Ost.

„Wind Of Change“ von den SCORPIONS: Vielen gilt dieses von Klaus Meine gesungene und gepfiffene Lied als perfekte Wende-Hymne. Kurz vor dem Mauerfall geschrieben und kurz nach der Wiedervereinigung im November 1990 veröffentlicht, traf die Rockballade den Zeitgeist wie kein anderes Musikstück der späten 80er. „Es geht um Menschen, die zusammenkommen und über die Brücke der Musik gehen“, sagte Meine Anfang November in Moskau der Deutschen Presse-Agentur. „Am Ende ist es ein Song, der eine Hoffnung ausdrückt: Die Welt verändert sich, die Zeit des Kalten Krieges ist vorbei.“ Die Scorpions, eine bereits erfolgreiche Hardrockband aus Hannover, wurden damit zu Weltstars.

„Freiheit“ von MARIUS MÜLLER-WESTERNHAGEN: Noch eine melancholische Ballade, mit Zeilen wie „Alle, die von Freiheit träumen/sollten's Feiern nicht versäumen/sollen tanzen auch auf Gräbern“. Der Sänger hatte das Lied bereits 1987 auf einem Album veröffentlicht. „Wenn du Songs schreibst, lässt du sie frei“, sagte Westernhagen jetzt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Und dann nehmen sie ihren Weg. Ich hatte Glück, dass so viele Menschen sich das zu eigen gemacht haben. Lieder können keine Revolution veranstalten, aber sie können emotional Push geben. Wenn es das getan hat, bin ich sehr glücklich darüber. Es war aber nicht meine Absicht. Ich kann dafür die Lorbeeren einfach nicht entgegennehmen.“ Am 18. September 1990 als Single herausgebracht, rührte das Lied viele Deutsche zu Tränen.

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