Ein Sehnsuchtsort

Vom Goldrausch zum Silicon Valley: Traumstadt San Francisco

Eine zerschlissene Levi's 501 von Homer Campbells, gekauft 1917 und zurückgegeben 1920. Foto: Rolf Vennenbernd FOTO: Rolf Vennenbernd

Bonn. Anfang dieses Monats erklärte die Stadtregierung von San Francisco die amerikanische Waffenlobby-Organisation NRA zur inländischen Terrororganisation. Mit dieser provokanten Entscheidung erzielte die Westküstenmetropole einmal mehr weltweit Aufmerksamkeit.

50 Jahre nach dem Woodstock-Festival steht die Hauptstadt der Hippie-Bewegung von diesem Donnerstag (12. September) bis zum 12. Januar 2020 im Mittelpunkt einer großen Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn: „California Dreams - San Francisco: ein Porträt“.

Es gibt wohl kaum eine andere Stadt, die in ihrer Geschichte so durchgängig Sehnsuchtsort zur Verwirklichung eigener Träume gewesen ist - vom Goldrausch um 1850 bis zum heutigen Silicon Valley in der San Francisco Bay Area. Wer es bis hierher geschafft hat, will nicht mehr weg, denn er ist im gelobten Land angekommen.

Nichts verdeutlicht das besser als der Umstand, dass das Stadtzentrum auf Schiffen gebaut ist: Während des Goldrauschs wollten zahllose Glückssucher nach San Francisco und von dort aus weiter ins Landesinnere - aber kaum jemand wollte wieder zurück. Das führte dazu, dass sich im Hafen eine Armada von verlassenen Segelschiffen ansammelte. Mit der Zeit wurden die Windjammer zu Hotels, Bars oder Geschäften umfunktioniert. Drumherum wurde Land aufgeschüttet, aus den Anlegestegen wurden Straßen. Heute werden die Wracks von Archäologen ausgegraben.

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