Mit 87 gestorben

Scharfzüngig und unermüdlich: Tomi Ungerer

Tomi Ungerer starb im Alter von 87 Jahren. Foto: Patrick Seeger FOTO: Patrick Seeger

Straßburg. Eine Kunstkennerin hat für Tomi Ungerer den Titel „Picasso der Karikatur“ geprägt. Mit dem großen Spanier verband den elsässischen Zeichner, Karikaturisten und Buchautor ein Hang zur Erotik und eine unermüdliche Schaffenskraft.

Jetzt ist Tomi Ungerer im Haus seiner Tochter in Irland mit 87 Jahren gestorben. Doch sein Wesen lebt weiter in unzähligen Zeichnungen und Illustrationen.

Der Uhrmacher-Sohn Tomi Ungerer, der als Jean-Thomas am 28. November 1931 in Straßburg geboren wurde, hat mehr als 150 Bücher geschrieben und illustriert und etwa 40 000 Zeichnungen, über 300 Plakate, Dutzende Ölbilder, Lithographien und Skulpturen geschaffen. Ungerer gehörte zu den wenigen Künstlern in Frankreich, die zu Lebzeiten ein eigenes Museum erhielten. Seit 2007 gibt es in Straßburg das Tomi-Ungerer-Museum.

Bekannt geworden ist der Elsässer vor allem mit seinen Kinderbüchern wie die „Die drei Räuber“. In Deutschland ist „Das große Liederbuch“ - eine illustrierte Sammlung von Volks- und Kinderliedern - seit Jahren ein Verkaufsschlager. Dennoch sagte Ungerer: „Die Kinderbücher waren für mich immer so eine Art von Nebengeschäft, für meinen Spaß.“

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