Hinter Gharem lehnt ein großformatiges Bild an der Wand. Ein Kampfjet, eingebettet in arabisch-florale Ornamente. Die Leinwände macht Gharem, der fast 25 Jahre als Offizier in der saudischen Armee gedient hat, aus Stempeln - Kontrollinstrumenten der Macht und der Bürokratie, wie er sie nennt. Die einzelnen Buchstaben Tausender Stempel-Textplatten zerschneidet Gharem und setzt sie zu teils metergroßen Leinwänden neu zusammen, die er dann bedruckt. Auf den zweiten Blick verstecken sich so auch Botschaften hinter den Bildern.

Vor fünf Jahren hat der 45-Jährige sein „Gharem Studio“ gegründet - ein niedriges Haus mit Innenhof und mehreren Arbeitsräumen. Er wollte einen Ort für junge Künstler schaffen, die Ideen haben, aber keine Möglichkeiten und keine Infrastruktur, diese umzusetzen. An einem Tag kommen die Musiker, an einem anderen die Modedesigner.


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