Reeperbahn-Festival

Power-Frauen drängen im Pop nach vorn

Billie Eilish beim Lollapalooza Festival in Berlin 2019. Foto: Britta Pedersen FOTO: Britta Pedersen

Hamburg. Branchentreff, Business-Plattform, Fachkonferenz, Livemusik-Magnet mitten in Hamburg: Das Reeperbahn-Festival will längst mehr sein als nur eine spätsommerliche Pop-Sause.

Noch bis bis Samstag gehen die Macher von Europas größtem Club-Festival daher erneut mit einem gesellschaftlichen Topthema in die Offensive - dem „Keychange“-Programm zur Gleichstellung der Geschlechter (Gender Equality) in der Musik, das bis 2022 ein ausgewogenes 50-Prozent-Ziel erreichen will.

„Die Musikbranche sieht sich als Ort gelebter Vielfalt und Motor für zeitgemäße gesellschaftliche Veränderungen. In ihren Strukturen bildet sich das aber längst nicht ab“, betont der Festival-Gründer und -Geschäftsführer Alex Schulz. „Weibliche, trans- und non-binäre Künstler*innen haben weniger Auftrittsmöglichkeiten, Airplay und vor allem Entwicklungsmöglichkeiten als männliche. Sie verdienen weniger und bekommen schwieriger Jobs in der Musikbranche.“

Auch in Deutschland wird die männliche Dominanz etwa bei Popfestivals kritisiert. Laut „Keychange“ sieht es mit der Gender-Gerechtigkeit insgesamt trist aus. So waren auf US-Festivalbühnen im Vorjahr 76 Prozent der Musiker männlich - nur 14 Prozent weiblich, 12 Prozent geschlechtlich divers. Unter den Produzenten der 600 populärsten Lieder waren nur etwa 2 Prozent Frauen oder divers. Bei den registrierten Songwritern sind 84 Prozent männlich. Und neun von zehn Grammy-Nominierten zwischen 2012 und 2018 waren - Männer.

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