Konzert in Stuttgart

Phil Collins trotzt den Schicksalsschlägen

Phil Collins reißt seine Fans auch im Sitzen mit. Foto: Christoph Schmidt FOTO: Christoph Schmidt

Stuttgart. Die Musiklegende betritt am Gehstock die Stadionbühne und lässt sich nieder - auf dem Drehstuhl wird Phil Collins die nächsten knapp zwei Stunden sitzen bleiben und dennoch die rund 38.000 Zuhörer in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena mitreißen.

Den 68-Jährigen und seine Fans verbinden Welthits wie „Another Day in Paradise“, „You Can’t Hurry Love“ oder „Easy Lover“. An den Anfang seines Auftritts stellt Collins das Lied „Against All Odds“, was übersetzt so viel heißt wie „Entgegen allen Erwartungen“ - es kann an diesem Abend durchaus auch als Kampfansage an das Leben, das Schicksal, verstanden werden.

Fast entschuldigend hat sich Collins noch vor den ersten Tönen an sein Publikum gewandt: Den überwiegenden Teil des Abends werde er im Sitzen verbringen müssen - „aber das wird uns nicht davon abhalten, Spaß zu haben“. Nach einer Rückenoperation ist sein rechter Fuß gelähmt. Zudem macht ein Nervenschaden es Collins, der als Schlagzeuger der Band Genesis in den 70er Jahren berühmt wurde, unmöglich, die Drums zu spielen.

Das übernimmt mittlerweile Sohn Nicholas - und der 18-Jährige wurde in Stuttgart mit ebenso tosendem Applaus empfangen wie sein berühmter Vater. Und so ist „In the Air Tonight“ - mit diesem legendären Schlagzeug-Break - als einer der emotionalen Höhepunkte des Konzerts angelegt: Aufnahmen des stoisch singenden Vaters auf dem Drehstuhl werden auf den Stadionleinwänden rasch gegen Bilder des trommelnden Sohnes geschnitten. Auf die letzte Zeile „I've been waiting for this moment for all my life“ (Ich habe auf diesen Moment mein ganzes Leben lang gewartet) folgen Ovationen.

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