Künftiger Burgtheater-Direktor

Martin Kusej startet mit Euripides-Drama

Martin Kusej wird seine erste Spielzeit am Wiener Burgtheater mit dem Drama „Die Bakchen“ starten. Foto: Andreas Gebert FOTO: Andreas Gebert

Wien. Martin Kusej startet seine erste Spielzeit als Direktor des Wiener Burgtheaters am 12. September mit einer Inszenierung des deutschen Regisseurs Ulrich Rasche. Er werde das Drama „Die Bakchen“ des antiken griechischen Dichters Euripides auf die Bühne bringen, kündigte Kusej in Wien an.

Kusej wechselt vom Münchner Residenztheater nach Wien. Dort hatte Rasche in diesem Jahr „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal inszeniert. Kusej bringt für den Spielplan 2019/20 unter anderem vier eigene Inszenierungen aus München sowie 14 Schauspieler mit, wie er ankündigte. Seine erste eigene Neuinszenierung soll im November die „Hermannsschlacht“ von Heinrich von Kleist sein.

Der 58-jährige Österreicher will mit Regisseurinnen und Regisseuren aus 13 Ländern arbeiten, unter anderem mit dem deutschen Intendanten vom Schauspiel Dortmund, Kay Voges, und dem Isländer Thorleifur Örn Arnarsson. Er wolle Vielsprachigkeit, aber ganze Aufführungen in anderen Sprachen seien vorerst nicht geplant, sagte er.

Kusej übernimmt die Leitung des Burgtheaters von der Deutschen Karin Bergmann. Sie hatte die Finanzen des Hauses konsolidiert. Kusej war früher unter anderem Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele und hat an vielen deutschen Bühnen inszeniert, darunter in Stuttgart, Hamburg, Berlin und München. Er war auch am Burgtheater schon einmal als Direktor im Gespräch, hatte 2009 aber das Nachsehen gegenüber Matthias Hartmann. Damals hatte Kusej die Art der Besetzung einen „kulturpolitischen Eklat“ genannt und Österreich den Rücken kehren wollen.

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