Masha Gessen ausgezeichnet

Leipziger Buchmesse eröffnet - Branche vor Aufbruch

Masha Gessen und Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: Hendrik Schmidt FOTO: Hendrik Schmidt

Leipzig. Pünktlich zum Beginn der Leipziger Buchmesse sieht sich die Branche nach harten Jahren im Aufbruch. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Mittwoch in Leipzig.

Jüngste Analysen interpretierte er mit drastischen Worten. „Wir haben ein Riesenproblem in der Branche“, die Zahl der Buchkäufer sei in den Vorjahren deutlich zurückgegangen, Käufer fühlten sich zu weit weg von den Anbietern. Deswegen seien an vielen Stellen schon erste Konsequenzen gezogen worden. Führende Buchhändler veränderten ihre Ladenkonzepte, um den Kunden mit neuer Ansprache gerecht zu werden. Über soziale Medien würden Verbindungen neu geknüpft, Kontakte auch jenseits von Buchhandlungen gesucht. Dies zeige bereits Erfolge.

So habe die Branche den Umsatz 2018 halten können. Die Zahl der Buchkäufer sei erstmals seit 2012 wieder gestiegen, 2018 trugen danach 300.000 Menschen mehr als im Vorjahr ein Buch zur Kasse. In den ersten beiden Monaten 2019 sei zudem ein Umsatzplus von 4,5 Prozent erwirtschaftet worden. „Das ist nahezu einmalig in der Vergangenheit gewesen.“ Zudem sei der Bücherabsatz um zwei Prozent erhöht worden. „Wir gehen zuversichtlich und selbstbewusst in dieses Jahr“, sagte Skipis. „Diese Branche ist nicht in einer Krise, diese Branche ist im Aufbruch.“

Mit großen Ambitionen ist auch das Gastland Tschechien nach Leipzig gekommen. Kulturminister Antonín Staněk erinnerte an den letzten Gastland-Auftritt des Nachbarlandes vor 24 Jahren. Damals habe die tschechische Literatur eine Hochphase in Deutschland erlebt. „Heute hat das leider keine Gültigkeit mehr“, sagte Staněk. Unter dem Motto „Ahoj!“ (Tschechisch für Hallo) wollen die Tschechen nun lautstark auf sich aufmerksam machen.

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