Von Latin bis R&B

Kunterbuntes Allerlei: „Madame X“ von Madonna

Berlin. Das Letzte, was Madonna nach einer phänomenalen Karriere mit über 300 Millionen verkauften Tonträgern und sieben Grammys verdient hat, ist Mitleid.

Doch genau dieser Gefahr setzte sich der weibliche Megastar der 80er, in der Ruhmeshalle direkt neben Michael Jackson, Prince, Bruce Springsteen und David Bowie, im Mai aus - mit einem vielfach als Fiasko empfundenen ESC-Gastspiel.

Wacklig und stimmlich indisponiert wirkte die 60 Jahre alte Sängerin auf der riesigen Bühne in Tel Aviv. Voller Sorge (oder auch Häme) wurde daher Madonnas neues Studioalbum „Madame X“ erwartet. Stürzt die „Queen of Pop“ mit der angekündigten Ausrichtung auf modische Latino-Sounds noch tiefer, verliert sie mit immer neuen Imagewechseln ihre Würde? Oder kann sie sich nochmal neu erfinden? Wie 1998, als sie dem Abstiegs-Geläster ihr Elektropop-Meisterwerk „Ray Of Light“ entgegenschleuderte.

Madonnas eher dünne Stimme klingt auf der Platte schonmal besser, auch jünger als an diesem vermaledeiten Abend zwischen all den Möchtegern-Popsternchen beim Eurovision Song Contest (ESC). Gleich im ersten Song „Medellín“ trifft die US-Amerikanerin mit Teilzeit-Wohnsitz Lissabon die Töne hell und klar - wenn auch im Studio nachbehandelt. Neben ihr rappt der Kolumbianer Maluma.

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