„Verheerendes Zeichen“

Kritik an Echo für Farid Bang und Kollegah

Die Debatte rund um die Rapper Kollegah und Farid Bang geht auch nach der Echo-Preisverleihung weiter. Foto: Jörg CarstensenFOTO: Jörg Carstensen

Berlin. Die Antisemitismus-Debatte rund um die Rapper Kollegah und Farid Bang geht auch nach der Echo-Preisverleihung weiter. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, bezeichnete die Auszeichnung als „verheerendes Zeichen“.

Gerade erst entstehe in Deutschland die „ersehnte Sensibilität für den erstarkten Antisemitismus in unserer Gesellschaft, insbesondere an Schulen“. Mitten in diese Debatte falle nun diese Auszeichnung von Musik, „die jene Phänomene zu befördern vermag“. Mit „ihren menschenverachtenden Botschaften“ erreichten die beiden Rapper Millionen meist junger Menschen, hieß es in einer Mitteilung in der Nacht zum Freitag.

Kollegah und Farid Bang wurden am Donnerstagabend für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ in der Kategorie Hip-Hop/Urban National ausgezeichnet. In dem Album finden sich die Textzeilen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“.

Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, bezeichnete die Texte am Freitag als „hervorragendes Fallbeispiel“ für Bildungsarbeit - gewissermaßen als Beispiel für „So nicht“. Gleichzeitig teilte er die Kritik an den Texten und die Sorgen um ihre Breitenwirkung: „Wenn Jugendidole wie Kollegah und Farid Bang antisemitische Texte rappen, hat das selbstverständlich eine besondere Kraft und Wirkung auf Jugendliche“, erklärte Mendel.

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