Shine Ur Light

Jocelyn B. Smith: „Musik ist Mitgefühl“

Jocelyn B. Smith will die Menschen zusammenbringen. Foto: Blondell Productions/dpa FOTO: Blondell Music

Berlin. Wenn Jocelyn B. Smith singt, legt sich ihre Stimme wie Samt um den Zuhörer. Sie klingt mal leise und zärtlich, dann wieder kräftig und strahlend. Aber immer hat diese Stimme, die ihre Wurzeln im Gospel hat, auch etwas Tröstliches.

Beim Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in ihrem Haus im Süden Berlins ist das nicht anders. „Musik ist Mitgefühl“ - davon ist die 59-jährige New Yorkerin überzeugt. Wie sie das sagt, möchte man ihr auf der Stelle glauben.

Für ihr aktuelles Album „Shine Ur Light“ hatte sich Jocelyn B. Smith zwei Jahre Zeit genommen. Es sei ihr ehrlichstes Werk, wie die Sängerin bekennt. Ihr Wegbegleiter Volker Schlott, Multiinstrumentalist und bereits in der DDR eine Jazz-Größe, hat es produziert. „Ich möchte, dass meine Musik Anker ist für Menschen, die in diesen Zeiten Halt brauchen. Wir haben keine Zeit mehr zu reflektieren, uns in Balance zu bringen“, sagt die Sängerin. „Wir müssen etwas finden, was uns einander näherbringt“.

Dafür ging Smith unter anderem zurück zu ihren Wurzeln nach Queens in New York, nahm mit ihrem ersten Bandleader und Produzenten Warren Mc Rae (Bassspieler von Nona Hendrix, Joe Cocker, Tina Turner u.a.) den Titel „The Real Thing“ auf. In den Songs auf dem Album geht die Sängerin durch alle Genres. Sie bettet Blues, Rock, Hip-Hop und Pop in Themen, die ihr keine Ruhe lassen. In der Ballade „What Did I Do While I Was Here“ stellt sie etwa die Frage: Wo haben wir uns engagiert und was hinterlassen wir, damit sich die Leute daran erinnern können? Leben wir, um zu leben oder um zu zerstören?

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