Filmfest Cannes

Jim Jarmusch: Gesellschaftskritik mit Zombie-Film

Jim Jarmusch ist vom Zustand unseres Planeten entsetzt. Foto: Zhang Cheng/XinHua FOTO: Zhang Cheng

Cannes. Regisseur Jim Jarmusch, der mit seiner Zombie-Komödie „The Dead Don’t Die“ das Filmfestival Cannes eröffnete, macht sich Sorgen um den Zustand der Welt.

„Zu beobachten, dass sich die Natur so schnell wie noch nie verschlechtert, das beunruhigt mich“, sagte der 66-Jährige am Mittwoch in Cannes. Das Thema werde außerdem nicht oft genug angesprochen. Er glaube, dass sich „unser Planet in großer Gefahr“ befinde.

Dazu passte dann auch sein Werk „The Dead Don’t Die“, das am Abend zuvor seine Weltpremiere an der Croisette gefeiert hatte: Darin führt Fracking an den Polen dazu, dass sich die Erdachse verschiebt und damit alles aus dem Gleichgewicht gerät - auch die Toten wachen plötzlich wieder auf und greifen die Lebenden an.

Mit „The Dead Don’t Die“ legt Jarmusch ein gewohnt langsam, fast meditativ erzähltes Werk vor. Anders als in anderen Zombiefilmen stehen hier weder blutige Gemetzel noch actiongeladene Endzeit-Szenarien im Vordergrund. Stattdessen mischt Jarmusch humorvolle Elemente mit Gesellschaftskritik, die vor allem auf die USA der Gegenwart zielen: Ein weißer Rassist etwa trägt einen Hut mit der Aufschrift „Make America White Again“ und hat seinen Hund „Rumsfeld“ getauft.

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